Kriegsführung in Großstädten
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt laut BMVg-Bericht auf der Optimierung der Kriegsführung in Großstädten („Military Operations in Urban Terrain“). Ein Team der Bundeswehr-Universität München etwa entwickelt in diesem Zusammenhang „Material- und Berechnungsmodelle, die die im Einsatz möglicherweise entstehenden Schäden an Gebäuden und urbanen Infrastrukturen abbilden können“: „Massive Bauwerke können erheblichen Schutz bieten und einen Zugang behindern. Es kann durch sie bei Explosionsereignissen aber auch zu Kanalisierungseffekten kommen, die die Wirkung einer Explosion erheblich verstärken können.“ Dabei haben die Militärwissenschaftler offenbar nicht zuletzt die urbanen Zentren in den Armutszonen des globalen Südens im Blick; so werden unter anderem „verschiedene Wandtypen“ auf ihr Verhalten bei Beschuss untersucht, darunter explizit auch „Lehmwände“. Zu den Projektverantwortlichen zählt Norbert Gebbeken, Vizepräsident der Münchener Bundeswehr-Universität und Inhaber des dortigen Lehrstuhls für Baustatik. Er gilt als erklärter Experte für innerstädtische Kriegsführung und ist auf entsprechenden Konferenzen ein gern gesehener Gast (german-foreign-policy.com berichtete [3]).