Mehrere Stunden dauerte es am Freitag, bis die Bundesanwaltschaft auf Drängen des DJV anrief. Die Frage lautete, ob es stimmt, dass Generalbundesanwalt Harald Range die Ermittlungen wegen Landesverrats gegen zwei Journalisten von Netzpolitik.org ruhen lasse. Die Sprecherin bestätigte dies. Darüber hinaus war sie bemüht, die Wogen zu glätten. Der Generalbundesanwalt habe die Ermittlungen eröffnen müssen, weil ein begründeter Anfangsverdacht vorgelegen habe. Der Schritt sei auch nötig gewesen, damit ein externer Sachverständiger mit einem Gutachten beauftragt werden könne. Eigentlich also alles halb so wild.
Beim Verfassungsschutz war man bemüht, den schwarzen Peter dem Generalbundesanwalt zuzuschieben. Präsident Hans-Georg Maaßen habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Den Tatvorwurf Landesverrat und die Anzeigen gegen die beiden Journalisten von Netzpolitik.org sind demnach auf dem Mist des Generalbundesanwalts gewachsen.