25.11.2014 - 21:45 [ German Foreign Policy ]

Interventionskultur (II)

Der langjährige Präsident der nach dem Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky benannten Universität Oldenburg, Michael Daxner, lobt die Aufstandsbekämpfung deutscher Truppen in Afghanistan. Es sei „gut“, einer „legitimen Regierung“ militärisch dabei zu helfen, „ihr Gewaltmonopol und ihre Staatsaufgaben sicher zu erfĂĽllen“ und diejenigen, die dies verhindern wollten, „zurĂĽckzudrängen und zu entmachten“, erklärt der Soziologe in einer aktuellen Buchpublikation. Zu diesem Zweck will Daxner nach eigenem Bekunden in die afghanischen Gesellschaftsstrukturen „hineinschauen“ und eine entsprechende „Länderkunde der Intervention“ entwickeln. Gleichzeitig fordert der Wissenschaftler, den Kriegsveteranen der Bundeswehr mehr „Respekt“ entgegenzubringen und ihre „Erfahrungen“ in die Planung kĂĽnftiger Gewaltoperationen einzubeziehen. Eine renommierte friedenspolitische Zeitschrift bot ihm fĂĽr seine diesbezĂĽglichen Aussagen erst kĂĽrzlich ein Forum – und sieht sich jetzt mit harscher Kritik konfrontiert.