In der deutschen Öffentlichkeit wie auch in der Berliner Politik wird der südsudanesische Bürgerkrieg, der nach der von Deutschland energisch geförderten Abspaltung des Gebiets vom Sudan losbrach, heute weitgehend beschwiegen. Die geostrategisch beabsichtigte Schwächung des Sudan ist eingetreten; die inneren Verhältnisse im Südsudan sind aus Sicht Berlins lediglich von nachrangiger Bedeutung, solange sie nicht zur Massenflucht in die EU führen. Vor Ort ist die United Nations Mission in the Republic of South Sudan (UNMISS) damit beschäftigt, wenigstens die äußersten Exzesse zu verhindern; allerdings gelingt ihr das kaum. Die Bundeswehr nimmt mit derzeit 15 Soldaten an UNMISS teil; das sichert Berlin intime Kenntnisse über die aktuelle Entwicklung in dem Bürgerkriegsgebiet. Die Bundesregierung hat nun am Mittwoch beschlossen, das Bundeswehrmandat für UNMISS bis Ende 2017 zu verlängern; der Bundestag wird in Kürze seine Zustimmung geben. Ein Ende des Tötens im Südsudan ist nicht in Sicht.