05.02.2014 - 04:00 [ Wikipedia ]

Gesellschaftlicher Metabolismus

Zu einer wichtigen analytischen Grundlage für Prozesse der ökologischen Modernisierung wurde mit den 1990er Jahren das Modell des industriellen Metabolismus nach Robert Ayres bzw. des gesellschaftlichen Metabolismus nach Marina Fischer-Kowalski. Damit verbinden sich wiederum die Forschungsrichtungen der Ökobilanzen (life cycle assessment) und der Material- und Energieflussanalysen.

Man kann auch diesen Forschungsstrang auf Karl Marx zurückführen, der seinerseits bei William Petty anknüpfte: Die Erde ist die Mutter, die Arbeit der Vater der gesellschaftlichen Produktion, unauflöslich miteinander verbunden in der Notwendigkeit des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur. Hieran knüpften in jüngerer Zeit die Sozialanthropologie der Cultural Ecology sowie des Cultural Materialism nach Marvin Harris an: Das Entwicklungsniveau von Kulturen bestimmt sich nach dem Entwicklungsstand ihrer Produktivkräfte (Technologien, Kommunikations- und Organisationsformen). Dies gilt für primitive ebenso wie für traditionale und moderne Gesellschaften. Diejenigen mit der jeweils höheren Produktivität sind die überlegenen, die auf Dauer ggf. vorhandene Wettbewerber-Populationen überleben, weil ihre Produktivkräfte eine bessere Nutzung von Ressourcen und Senken erlauben, was die ökologische Tragekapazität ihres Lebensraums erhöht.