Die Gedanken anderer
Kurz bevor Bataille nach Spanien aufbrach, lernte er Alfred Métraux kennen. Die beiden entdeckten gemeinsame Interessen und Sympathie füreinander. Nach seiner Rückkehr entwickelte sich eine enge, lebenslange Freundschaft. Metraux, der Ethnologie studierte, machte Bataille mit den anthropologisch fundierten Konzepten seines Professors Marcel Mauss für die soziale, moralische und wirtschaftliche Organisation von Gesellschaften bekannt. Die Folgen dieser Anregungen fanden sich 1933 in den Schriften Die psychologische Struktur des Faschismus und Der Begriff der Verausgabung. In beiden Schriften formuliert Bataille anhand seiner Vorstellungen ‚homogen’ (kulturkonform) und. ‚heterogen’ (kulturfremd) neue Sichten auf politische und wirtschaftliche Phänomene seiner Zeit, die die letzteren nachvollziehbar machen und dazu anregen sollten, soziale und moralische Normen mit Blick auf anthropologische Forschungen zu verändern. In den Gesprächen der 20er Jahre mit Metraux wurden nicht nur Ideen von Mauss, sondern auch von Nietzsche, Gide, Freud und Dostojewski diskutiert. Die Wörter, die er benutze, würden immer auch die Gedanken anderer mit ins Spiel bringen, äußerte Bataille dazu.