Besonders dann, wenn der Kampf im Osten, wie es nun aussieht, nicht einfach gewonnen werden kann und politische Kompromisse geschlossen werden müssen, dürfte die ukrainische Regierung den Frieden mehr fürchten, als den Krieg. Die Umdeutung eines korrupten, verbrecherisch geführten und in jeder Hinsicht gescheiterten Landes zu einem Kriegsversehrten, dürfte nicht gelingen, wenn die aufgeheizte, ultranationalistische Stimmung im Lande einbricht. Der Kater nach dem Krieg wird vor allem darin bestehen, dass überall im Lande und nicht nur dort wo jetzt Infrastruktur zerschossen wird, die Wirtschaft am Boden liegt. Die radikalisierenden Kräfte des ukrainischen Nationalismus, die ursprünglich nur Instrumente für einen Umsturz und die eindeutige Westanbindung des Landes sein sollten, werden dann noch ungleich mehr erstarken als jetzt.