Anders als Angela Merkel, die sich nolens volens dazu bekennt, dass sie FDJ-Sekretärin war, weil sie sonst nicht hätte Physik studieren können, hat Joachim Gauck sich ĂĽber sein Tun in der DDR nicht öffentlich verbreitet. Er preist seit dem Oktober 1989 „die Freiheit“. Seine jĂĽngste Publikation ist diesbezĂĽglich genauso allgemein gehalten wie seine bisherigen. Ăśber seine Tätigkeit als „Dissident“ hat er wenig zu erzählen. Im Westen denkt man, der neue Bundespräsident sei „ein BĂĽrgerrechtler“.
Joachim Gauck ist ein ehrlicher Mann und dazu ein Pastor, der seiner Gemeinde gern vor Augen hält, wie man sich verhalten soll. Wenn er verabsäumt, von seinen vorbildlichen Erfahrungen als Dissident zu erzählen, dann mag das damit zu tun haben, dass er solche Erfahrungen nicht gemacht hat und sich seinen Ruf als Bürgerrechtler nicht kaputtmachen will.