Den Ausgangspunkt bildet ein zentrales Problem der antiken Philosophie: die Frage nach dem Verhältnis von Einheit und Vielheit und der dieses Verhältnis bestimmenden Kausalität. Emanationsmodelle versuchen die gesamte dem Menschen zugängliche Wirklichkeit als geordnetes System (Weltordnung) zu erfassen. Als Kriterium für die Einordnung der Dinge in das System gilt das in größerem oder geringerem Maße gegebene Vorhandensein des Merkmals „Einheit“ bzw. des gegenteiligen Merkmals „Vielheit“. „Einheit“ bedeutet, dass etwas allgemein, undifferenziert und umfassend ist, mit „Vielheit“ ist das Differenzierte und Komplexe sowie das Besondere und das Individuelle gemeint. Alle materiellen und immateriellen Dinge erhalten ihren Platz in der Weltordnung je nachdem wie einheitlich oder vielheitlich sie sind.[