08.10.2015 - 15:29 [ German Foreign Policy ]

Eine neue Ära in Mittelost (II)

Neue Geschäfte deutscher Firmen mit Iran sind in den vergangenen Wochen auf mehreren Ebenen angebahnt worden – mit intensiver Unterstützung staatlicher Stellen. Nach der Iran-Reise von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Mitte Juli (german-foreign-policy.com berichtete [1]) hat sich Anfang September auch der Wirtschaftsminister Baden-Württembergs, Nils Schmid (SPD), gemeinsam mit einer fast 70-köpfigen Begleitdelegation aus Wirtschaft und Politik in dem Land aufgehalten. Am 22. September hat der Nah- und Mittelost-Verein (NUMOV), einer der großen deutschen Außenwirtschaftsverbände, interessierten Firmenvertretern ein Iran-Forum in Berlin angeboten, das die Möglichkeit zu Gesprächen mit hochrangigen Insidern bot – neben Repräsentanten des Auswärtigen Amts war auch die deutsche EU-Unterhändlerin in den Atomverhandlungen, Helga Schmid, eingeladen. Am gestrigen Mittwoch hat der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) eine mehrtägige Iran-Reise beendet, auf der er von annähernd 100 Unternehmern begleitet worden war – „die größte Wirtschaftsdelegation“, die „das Bundesland jemals auf die Beine gestellt hat“, heißt es in der Presse.[2] Es geht nicht nur um Handel, sondern auch um Investitionen: Die Regierung in Teheran sei – das schreibt das Auswärtige Amt – „bestrebt, den privaten Anteil“ an der Wirtschaft des Landes, die bislang zu bis zu 80 Prozent „in den Händen des Staates beziehungsweise religiöser Stiftungen“ liege, „spürbar zu erhöhen“.[3]