05.05.2015 - 00:11 [ Patrick Spät/Telepolis ]

Die GDL streikt für uns alle!

Denn die Deutsche Bahn hatte keinerlei Skrupel, neue Lokführer für 7,50 Euro Stundenlohn einzustellen. Das war 2007. Verantwortlich für die Lokführer, die als „Mitarbeiter mit eisenbahnspezifischer Ausrichtung“ um ihren Lohn geprellt werden sollten, war die Gewerkschaft Transnet, aus der 2010 die EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) hervorging. Transnet und EVG vertraten schon oft die Interessen des DB-Konzerns, zum Beispiel beim geplanten Ausbau der Leiharbeit. Während viele Transnet-Betriebsräte Löhne erhielten, die bis zu 80 Prozent über dem Tarifniveau lagen, setzte sich Transnet vehement für die Privatisierung der Bahn ein.
Jetzt hat die Deutsche Bahn AG ihre gewünschten Angestellten und Leiharbeiter statt Beamten, aber die Konsequenzen – unter anderem eben Streiks – will sie nicht tragen. Auch eine andere Suppe will die Bahn nicht auslöffeln, die sie selbst, in Zusammenarbeit mit der EVG, zusammengebraut hat: Die Berufsgruppe der Lokrangierführer, die im Gleisvorfeld agieren, wurde eigens per Tarifvertrag geschaffen und somit von den Lokführern entkoppelt, um ihnen schlechtere Löhne zahlen zu können. Sprich, die Bahn hat die Tarifeinheit selbst zerschlagen.