15.09.2016 - 01:30 [ German Foreign Policy ]

Deutschlands Kriegsbilanz (II)

Aufstandsunterstützung
Die Bundeswehr kann in Afghanistan bereits auf eine mehr als 30-jährige Interventionsgeschichte zurückblicken. Schon in den 1980er Jahren waren bundesdeutsche Soldaten und der Bundesnachrichtendienst (BND) in den damaligen Afghanistankrieg involviert – im Unterschied zu heute auf Seiten der Aufständischen. Hintergrund war, dass Ende der 1970er Jahre Unruhen gegen Modernisierungsbestrebungen der afghanischen Regierung das Land zu erschüttern begannen; ultrakonservative, teils jihadistische Mujahedin wurden in ihrem Kampf gegen die prosowjetische Regierung in Kabul seit Mitte 1979 von den USA und bald auch von der Bundesrepublik gefördert, während die Sowjetunion Ende 1979 Truppen zur Unterstützung der Regierung an den Hindukusch entsandte. Im damaligen Stellvertreterkrieg sprangen einzelne Soldaten der Bundeswehr – offiziell hatten sie dafür Urlaub genommen – den Mujahedin bei, etwa als Sanitäter; diverse „Gotteskrieger“, wie man sie damals nannte, erhielten Ausbildung durch den BND oder auch durch die Grenzschutz-Spezialtruppe GSG 9.