19.06.2015 - 17:59 [ German Foreign Policy ]

Der deutsche Weltvertriebenentag

Damit knüpft die Bundesrepublik an die breite Aufmerksamkeit an, die sich gegenwärtig auf das Schicksal der weltweit fast 60 Millionen Flüchtlinge richtet; diese Aufmerksamkeit nutzt sie, um einmal mehr die Umsiedlung der Deutschen aus Ost- und Südosteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg ausführlich zu thematisieren. Zugleich nivelliert sie die prinzipiellen Differenzen, die zwischen den aktuellen Fluchtbewegungen auf der einen Seite und der politisch in den Verbrechen des NS-Vernichtungskriegs in Osteuropa begründeten Umsiedlung der Deutschen auf der anderen Seite bestehen. Für die morgige Gedenkstunde ist entsprechend neben einer Rede einer „Vertriebenen aus dem Sudetenland“ und einer Rede des Präsidenten des „Bundes der Vertriebenen“ (BdV) eine Rednerin angekündigt, die als „Flüchtling aus Nordafrika“ bezeichnet wird. Die Veranstaltung wird von Innenminister Thomas de Maizière eröffnet; Bundespräsident Joachim Gauck soll eine Ansprache halten.