09.11.2017 - 19:52 [ Lernhelfer.de ]

Der 9. November 1918

Während FRIEDRICH EBERT in der Reichskanzlei noch mit den Vertretern der USPD darüber verhandelte, wie sich die neue Regierung zusammensetzen sollte, hatte sich die Lage auf den Straßen Berlins weiter zugespitzt. PHILIPP SCHEIDEMANN hatte die Nachricht erhalten, dass der Linkssozialist KARL LIEBKNECHT die Absicht hätte, eine sozialistische Republik in Deutschland auszurufen. Daraufhin eilte SCHEIDEMANN, ohne sich vorher mit EBERT abzusprechen, auf den Balkon des Reichstages und rief gegen 14 Uhr in einer improvisierten Rede eine „deutsche Republik“ aus. Die Menge war begeistert, doch EBERT machte SCHEIDEMANN später wütend den Vorwurf, dass er nicht das Recht gehabt hätte, über die künftige Staatsform Deutschlands zu entscheiden.

KARL LIEBKNECHT proklamierte dann tatsächlich erst zwei Stunden später vom Balkon des Berliner Stadtschlosses eine „freie sozialistische Republik Deutschland“, in der die Herrschaft des Kapitalismus gebrochen würde.