Gregor Gysi, der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, äußerte zu Beginn des Jahres in einem öffentlichen Statement Kritik am Europaprogrammentwurf des Parteivorstandes. Insbesondere wollte er den Einstiegstext der Präambel und die Formulierung zum Austritt Deutschlands aus der Nato geändert haben. Zur Nato-Formulierung entgegnete der Parteivorsitzende Bernd Riexinger, dass diese Passage dem Erfurter Grundsatzprogramm entspreche und dass an den friedenspolitischen Forderungen der LINKEN nicht gerüttelt werde. In Folge verschwand das diesbezügliche Änderungsbegehren aus der medialen Debatte. Zum Präambeltext erklärte die Parteivorsitzende Katja Kipping, dass der Einstiegstext gegen ihren Willen „reingestimmt“ worden sei. Von einigen Medien wurde in Folge wahrheitswidrig behauptet, dass die umstrittene Passage „auf Betreiben“ von Sahra Wagenknecht eingebracht worden sei. Tatsächlich wurde die umstrittene Passage, in der die EU als „neoliberale, militaristische und weithin undemokratische Macht“ bezeichnet wird, mit einem Änderungsantrag aus dem Spektrum marx21 eingebracht. Der Antragstext war dem Europawahlprogrammentwurf von Diether Dehm entnommen