Genau wie Rost schläft der Neoliberalismus nie. Die globale Klasse von Rentiers, die sich an den neoliberalen Besitzrechten bereichert, hatte ein Jahrzehnt zuvor gehofft, Lateinamerika unter dem Hemisphären überspannenden Freihandelsabkommen der Amerikas (Free Trade Agreement of the Americas – FTAA) abzuriegeln. In seiner ursprünglichen Version war das FTAA als spezielle Ausnahme für Washington und die Wall Street gedacht, die als globaler „Freihandel“ unter dem Schirm der Doha-Runde der WHO fortentwickelt werden sollte. Es stellte eine Art ökonomischer Monroedoktrin dar, durch die die USA ihre regionale Hegemonie über Lateinamerika aufrecht zu erhalten vermochten, während sie, wenn es ihnen angebracht erschien, die Globalisierung weiter vorantreiben konnten. Dieses Vorhaben zerfiel jedoch mit der Rückkehr der lateinamerikanischen Linken nach dem „Washingtoner Konsens“, die zu jener Zeit von Brasilien, Venezuela ,und Argentinien angeführt wurde. Und die Doha-Runde kam zum Stillstand.