Kapitalistische Oligarchen horten indessen ein gewaltiges Vermögen – 18 Billionen US-Dollar sind in Steueroasen versteckt -, das als Tribut von denjenigen eingefordert wird, die von ihnen dominiert, in Schulden und Armut getrieben werden. Marx zufolge würde sich der Kapitalismus am Ende gegen den sogenannten freien Markt wenden, samt den Werten und Traditionen, die zu verteidigen er vorgibt. Er würde im Endstadium die Systeme und Strukturen plündern, die den Kapitalismus ermöglicht haben. Er würde infolge des von ihm verursachten massiven Leidens auf immer schärfere Formen der Unterdrückung zurückgreifen. Er würde in einem rasenden letzten Gefecht versuchen, durch den Ausraub und die Plünderung staatlicher Institutionen seine Profite zu sichern, im Widerspruch zu seinem angeblichen Wesen.
Marx warnte davor, dass riesige Konzerne im Endstadium des Kapitalismus ein Monopol auf globale Märkte haben würden. „Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel“, schrieb er. „Überall muß sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen.“ Diese Konzerne, ob im Bankwesen, in der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, der Rüstungsindustrie oder der Kommunikationsindustrie, würden ihre Macht dazu nutzen, jeglichen Angriff auf ihr Monopol zu verhindern, gewöhnlich durch die Vereinnahmung der staatlichen Mechanismen. Sie würden die Preise festlegen, um den Profit zu maximieren. Sie würden Handelsverträge durchpeitschen, wie beispielsweise TPP und CAFTA, um die Möglichkeiten des Nationalstaats, Ausbeutung durch Umweltgesetze und Überwachung der Arbeitsbedingungen zu verhindern, noch stärker schwächen. Und am Ende würden diese Unternehmensmonopole den Wettbewerb des freien Marktes ausmerzen.(…)
Marx begriff, dass das Endstadium dessen, was wir Kapitalismus nennen, überhaupt nicht Kapitalismus ist. Die Konzerne verschlingen Regierungsausgaben, also im Grunde genommen Steuergelder, wie Schweine am Trog. Die Rüstungsindustrie, deren offizielle Verteidigungsausgaben sich auf 612 Milliarden US-Dollar belaufen – die zahlreichen, in anderen Haushalten versteckten Militärausgaben sind darin nicht enthalten, damit machen die tatsächlichen Ausgaben für die nationale Sicherheit mehr als 1 Billion US-Dollar pro Jahr aus – hat die Regierung dieses Jahr dazu gebracht, über die nächsten zehn Jahre 348 Milliarden US-Dollar für die Modernisierung unserer Atomwaffen auszugeben und 12 neue Atom-U-Boote der Ohio-Klasse zu bauen, zu geschätzten Kosten von 8 Milliarden US-Dollar pro Stück. Wie genau mit diesen beiden massiven Rüstungsprogrammen die angeblich größte Bedrohung unserer Zeit bekämpft werden soll – der Krieg gegen den Terror -, ist ein Mysterium.(…)
Die Medienkonzerne arbeiten rund um die Uhr, um einer verwirrten Öffentlichkeit die Fiktion zu verkaufen, dass wir einen Aufschwung haben. Die Arbeitslosenzahlen sind eine Lüge, fabriziert durch eine Reihe von Tricks wie die Tilgung der Langzeitarbeitslosen aus der Statistik, genauso wie beinahe jede Finanzstatistik, die für den öffentlichen Konsum produziert wird. Wir leben vielmehr im Endstadium des globalen Kapitalismus, der sich zwar als widerstandsfähiger entpuppen könnte als wir erwarten, doch dessen Ende schließlich unausweichlich ist.