06.01.2014 - 03:09 [ Staatsgalerie Prenzlauer Berg ]

Cadavre Exquis │ 09.01.2014 – 19-22 Uhr

Am Ende des Abends lagen Arbeiten vor wie „Zwei bewußte Gutmenschen schnurren den europäischen Fehler“ oder „Das elegante Volk räumt ein weinerliches Ding“; die Figuren erinnern an verrückte Hohepriester oder ordnen ein Herrscherportrait einem diabolischen Gehirn unter. Schon das ist Interpretation. „Was zum Bereich des Bildes gehört, kann von der Vernunft nicht reduziert werden und muß im Bild verbleiben, andernfalls zerstört man sich“, schrieb Antonin Artaud in seinem „Manifest in klarer Sprache“ und fügte hinzu: „Aber dennoch herrscht eine Vernunft in den Bildern, es gibt viel klarere Bilder in der Welt der bildhaften Lebenskraft.“ Cadavre Exquis, Surrealismus also nicht als Flucht in den Irrationalismus, sondern als Auslotung des Zufalls und der Einmaligkeit, als ein Denken, das sich nicht selbst amputiert.