(2.September 2011) In wievielen Rollen glänzte er schon, man mag es gar nicht zählen. Ob sich nun sein seelisch-mentales Grundgerüst bei der Volksarmee, beim Zentralkomitee der KPdSU in Moskau, oder als Geschäftsführer der schon 1990 ganz besonders „Jungen Welt“ zusammenbaute, man weiss es nicht. Aber ob Bela Lugosi nun wieder aus seinem Sarg, oder Dietmar Bartsch wieder über seinen Schatten springt, irgendwie ist das alles eins. Einfach auf der Suche nach einem Hals. Und wen es erwischt, also der ist nicht mehr wieder zu erkennen.
Wer die schaurige Verwandlung der Linken in Deutschland (und ihrer lieben Verwandten auf dem Erdball) nach dem 11.September nicht nur mitverfolgte, sondern aktiv seinen Hals hinhielt, den muss in den letzten 10 Jahren Krieg regelmäßig die nackte Angst umgetrieben haben, ob er im Spiegel noch zu sehen war. Wider alle Legenden gelang regelmäßig die geschickte Tarnung. „Es muss alles in Ordnung sein“, sagten sich die (Wende)Hälse und hielten weiter hin. Erschütterndes Schicksal. Nur irgendwann geht einfach der Saft aus. Das ist eben die Kruz, wenn man sich zum Opfer von Angebot und Nachfrage macht. Vielleicht bleibt ja der eine oder andere blutleere Unterschriftenautomat übrig und macht einfach immer weiter, bis jemand den Stecker vom Apparat findet.