(3.August) ‘In keinem anderen Land dieser Region leben so viele verschiedene Völker mit unterschiedlichen Religionen und Sprachen wie in Syrien’, erklärt Prof. Dr. Werner Arnold, Inhaber des Heidelberger Lehrstuhls für Semitistik und Organisator des Kolloquiums: Araber, Westaramäer, die ostaramäischen Assyrer und Syrer, Armenier, Tscherkessen, Tschetschenen, griechisch sprechende Muslime aus Kreta, Dom, Kurden, Türken und Turkmenen. Gesprochen werden hauptsächlich semitische, aber auch indoeuropäische und Turksprachen. Zudem sind alle großen Religionsgemeinschaften – Islam, Christentum, Judentum – vertreten. Dass das Zusammenleben auf friedliche Weise funktioniert, liegt, so Werner Arnold, ‘nicht zuletzt an der überkonfessionellen Doktrin der arabisch-nationalistischen Baath-Partei, die in der Hauptstadt Damaskus regiert’.“(…)
Am 8. April eröffnen laut syrischer Medien Bewaffnete das Feuer sowohl auf Bürger als auch auf Sicherheitskräfte in Daraa. [35] Die Quelle aus dem Innenministerium, auf die sich „Tishreen“ (staatlich syrische Zeitung) beruft, sagt, die Polizisten seien unbewaffnet gewesen, da eine strikte Anweisung allen Sicherheitskräften, die ihren Dienst in der Nähe größerer Menschenmengen absolvieren, das Tragen von Schusswaffen verbiete. Zuvor hatte das syrische Fernsehen Filmmaterial gezeigt, auf dem zu sehen war, wie Sniper auf Bürger und Polizisten schießen. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte, Samer Wassouf, der von einer Kugel in den Fuß getroffen wurde, sagt, dass Bewaffnete die Polizeistation von Talldaw angegriffen hätten, dabei nach dem Zufallsprinzip auf Polizisten und das Gebäude schießend.