Deutsche Medien begleiten die Kriseneskalation mit den mittlerweile schon üblichen verächtlichen Äußerungen über die griechische Regierung. So heißt es, in Athen hätten „Giannis Varoufakis und die vulgärkeynesianischen Laienpriester vom ‚Bündnis der radikalen Linken‘ … die Arbeit mehrerer Jahre zunichtegemacht“.[7] Wer jetzt noch Verständnis für die Regierung Tsipras aufbringe, sei ein „Griechenland-Versteher“ [8] – analog zum „Putin-Versteher“. Rolf-Dieter Krause, Leiter des ARD-Studios in Brüssel, nannte die Athener Regierung gestern in einer TV-Sendung die „Jungs von Syriza“, die „Europa am Nasenring durch die Manege“ führten. „Im letzten Programm waren Zugeständnisse drin, die die Bundesregierung nie machen wollte“, sagte Krause und fuhr fort: „Ich habe nicht gedacht, dass die Griechen so blöd sind, das nicht anzunehmen. Wer so vorgeht, gehört zum Teufel gejagt.“[9] Krauses Ausbrüche seien kein Einzelfall, hält ein Kommentator fest: „Diese kaum verhohlene Verachtung für Tsipras gibt eine verbreitete Stimmung wieder“.[10]