Vor dem für Juni terminierten „Tag der Bundeswehr“ und den offiziellen Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Truppe huldigt die deutsche Kriegsmarine dem verurteilten NS-Kriegsverbrecher Erich Raeder. Dem Admiral, der seit 1928 als Chef der Marineleitung fungierte und 1935 zum Oberbefehlshaber der deutschen Seestreitkräfte avancierte, wird wahrheitswidrig eine kritische Distanz zum NS-Regime attestiert. Raeder habe nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 alle „Gleichschaltungsversuche“ des Regimes „unbeschadet“ überstanden, heißt es.