07.10.2014 - 08:22 [ Linksfraktion ]

Wolfgang Gehrcke: »Kein einziger Konflikt ist bislang mit Gewalt gelöst worden«

Das Drama in Syrien nimmt kein Ende, dafür immer neue Dimensionen an. Was kann man aus Ihrer Sicht an der Entwicklung des Syrienkonflikts ablesen?

Wolfgang Gehrcke: Syrien war einmal ein stabiles Land – wenngleich eine Erziehungsdiktatur, die viele Menschen unterdrückt hat. Das war und ist zu kritisieren. Aber Menschen konnten in diesem Lande leben und ihrer Religion nachgehen. Heute ist Syrien zerstört, Millionen Menschen sind auf der Flucht und mindestens 130.000 Menschen wurden getötet. Der Staat Syrien befindet sich in heller Auflösung. Die sinnvolle Antwort war und ist heute ein Bündnis der säkularen, das heißt der weltlichen Kräfte und des weltlichen Staates Syrien mit nicht-gewalttätigen, auch moderat islamistischen Gruppen. Die Zerstörung der Assad-Herrschaft war dem Westen immer wichtiger als die Rettung Syriens und der Menschen in diesem Land. An ihren Taten soll man sie erkennen.