Von Mauretanien bis Tschad
Dass die Bundeswehr ihre Aktivitäten nach Nordmali ausdehnt, entspricht nicht zuletzt der Berliner Rahmenstrategie. Experten haben regelmäßig darauf hingewiesen, dass Schmuggler und Jihadisten, die Berlin und die EU vor allem repressiv zu bekämpfen versuchen, in den kaum kontrollierbaren Weiten der Sahara und des Sahel grenzüberschreitend operieren. Daher sei es „sinnvoll, wenn Berlin künftig seine außen- und sicherheitspolitischen Bemühungen noch stärker auf regionale Ansätze … ausrichtet“, hieß es im vergangenen Jahr exemplarisch bei der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS).[6] Der deutsch geführte Polizeieinsatz EUCAP Sahel Mali bildet die Polizei, die Gendarmerie und die Nationalgarde Malis aus. Neben ihm unterhält EUCAP Sahel einen weiteren Ableger im benachbarten Niger. EUTM Mali wird laut Angaben der Bundeswehr künftig die Ausbildungsmaßnahmen so gestalten, dass die „Interoperabilität und Kooperation der Streitkräfte der Staatengruppe G5 Sahel“ gewährleistet ist.[7] Zu „Sahel G5“ haben sich im Februar 2014 die fünf Staaten zusammengetan, in denen Frankreich die „Anti-Terror“-Operation „Barkhane“ führt: Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad. Der Verbund wird von der EU in den kommenden fünf Jahren mit einer Milliardensumme unterstützt. Ohne Operationen bis in die Wüstenregionen hinein wären Erfolge allerdings kaum denkbar. Die Bundeswehr operiert daher künftig auch in Malis Norden.