Bis zu 1,5 Millionen Menschen gingen voriges Jahr in ganz Chile demonstrierend auf die Straße, um gegen das unsoziale, für viele sogar unerschwingliche System höherer Bildung zu protestieren. Als diese Woche drei Organisatoren der chilenischen Protestbewegung – Camila Vallejo, Jorge Murúa und Karol Cariola – im Rahmen einer Europatour im krachend vollen Saal F107 der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität ihr Ziel dargelegt hatten, ein sozial gerechtes Chile zu schaffen, brachen die Zuhörer mitten im erzkonservativen Bayern in den auf dieser Seite des Atlantiks schon lange nicht mehr zu vernehmenden Kampfruf der lateinamerikanischen Linken aus:“El pueblo unido jamás será vencido – das vereinte Volk wird niemals besiegt werden.“