Die EUISS-Analyse bestätigt damit einmal mehr, dass das bisherige Ausbleiben von Battle Group-Einsätzen nicht etwa einer fehlenden Kriegsbereitschaft der Bundesrepublik geschuldet ist, sondern hart ausgetragenen Rivalitäten zwischen den EU-Mächten, die sorgsam darüber wachen, Kriege nach Möglichkeit nur zu ihrem eigenen Vorteil zu führen und mit ihnen nicht innereuropäische Konkurrenten zu stärken. Ökonomisch haben sich die Machtverhältnisse in Europa in den letzten Jahren allerdings eindeutig geklärt: Deutschland dominiert.[8] Auf dem kommenden EU-Gipfel wird es für Berlin deshalb darum gehen, die ökonomische Dominanz in militärpolitische Hegemonie zu transformieren.