Das Interesse des BND dürfte sich allerdings nicht nur auf an Kriegsoperationen beteiligte Mitglieder des VdRBw erstrecken, sondern auch auf die Tätigkeit des Verbandes insgesamt. So ist die Organisation nach eigenem Bekunden im Rahmen ihrer „internationalen Reservistenarbeit“ weit „über die Grenzen Deutschlands hinaus aktiv“.[2] Intensive Kontakte bestehen zu gleich gearteten Verbänden innerhalb wie außerhalb der NATO-Staaten; zu den Partnern des VdRBw zählen zu unter anderem die Reservistenkameradschaften Moldawiens und Südafrikas. Darüber hinaus kann der BND die Mitglieder des VdRBw als Propagandisten seiner militärpolitischen Botschaften nutzen. Dem Verband gehören etliche prominente Journalisten an (german-foreign-policy.com berichtete [3]); die Organisation selbst erklärt, sie bilde Reservisten systematisch zu „Mittler(n) in der Gesellschaft“ aus.[4] Zudem verfolgt der VdRBw das erklärte Ziel, Akademiker aller Fachrichtungen in ein „weitreichendes Netzwerk aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden (und) Militär“ zu integrieren.[5] Die so entstandene „sicherheitspolitische Community“ ist wiederum ein ideales Rekrutierungsfeld für den deutschen Auslandsgeheimdienst, der seinerseits regelmäßig an Fachhochschulen und Universitäten um Nachwuchs wirbt.