Sind die tragenden Kräfte der Regierungen mit Rechtsaußen-Beteiligung bislang stets konservative oder rechtsliberale Parteien gewesen, so haben auch Sozialdemokraten die Eingliederung einer faschistischen Partei in eine Regierung forciert – deutsche SPD-Außenpolitiker in der Ukraine. Die Berliner Unterstützung für die Majdan-Proteste bezog stets deren faschistisches Spektrum ein, der in der Partei Swoboda seinen parlamentarischen Arm hatte.[8] Einen vorläufigen Höhepunkt fand dies in den Verhandlungen, die Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit seinen Amtskollegen aus Frankreich und Polen sowie den damaligen ukrainischen Oppositionspolitikern Witali Klitschko, Arsenij Jazenjuk und Oleh Tjahnybok am 20. und 21. Februar 2014 in der deutschen Botschaft in Kiew führte. Tjahnybok ist Vorsitzender von Swoboda, einer Partei von Anhängern des ukrainischen Faschisten und NS-Kollaborateurs Stepan Bandera.[9] Die bewusste Integration einer faschistischen Partei in den Sturz einer gewählten Regierung und ihre folgende Einbindung in das Kiewer Umsturzregime sind in Europa ein Präzedenzfall gewesen, dessen Folgen über die Eskalation des Nationalismus in der Ukraine [10] hinausreichen: Sie haben der Welt vor Augen geführt, dass die Kooperation mit Faschisten in Europa kein Tabu mehr ist.