Aus der Reaktion von Politik und Öffentlichkeit auf den Terrorismus ist der Zustand der Gesellschaft abzulesen – auch der Erfolg, den solche verbrecherischen Gewaltakte haben. Terrorismus ist eine Form der psychologischen Kriegsführung. Terrorakte zielen über das Leid der direkt Betroffenen hinaus, sie wollen die gesamte Gesellschaft treffen. Der Sozialpsychiater Johannes Wancata warnt vor falschen Reaktionen auf die Terrorgefahr: „Wenn wir uns auseinanderdividieren lassen, hat der Terrorismus das erreicht, was er wollte. Wenn wir Reisefreiheit, Pressefreiheit und die Grundrechte eingeschränkt haben, haben die Terroristen Erfolg gehabt.“ Und die Linzer Gerichtsmedizinerin Adelheid Kastner spricht von einer „Radikalisierung der Mehrheitsbevölkerung“ als Konsequenz überzogener Terror- und Migrationsängste.