18.12.2017 - 08:39 [ Elias Davidsson / Rubikon ]

Staatstheater zu Weihnachten

(14.12.2017) Es ist ein natürlicher Wunsch von Menschen, deren Familienangehörige ermordet wurden, die Umstände ihres Todes zu kennen. Angehörige von Mordopfern investieren manchmal Jahre, um zu erfahren, unter welchen Umständen ihre Angehörigen gestorben sind, und kämpfen sich mühsam durch alle inländischen Gerichtsinstanzen, bis sie ihre Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorlegen dürfen. Nicht im Fall des Berliner Ereignisses. Die Angehörigen zeigen nicht das geringste Interesse an einer Aufklärung der Todesumstände ihrer Verwandten. Sie agieren ähnlich wie die große Mehrheit der Angehörigen der Anschläge vom 11. September 2001, die auch keine Fragen zum Tathergang stellten. Jene wurden allerdings reichlich bestochen, damit sie schwiegen.

Um die Schneise, die der Lkw mutmaßlich befahren hat, standen genau 15 Buden. Von den Budenbetreibern dieser 15 Buden, die sich vermutlich am Tatort befanden, oder von ihren Stellvertretern haben sich bisher nur zwei zu Wort gemeldet, aber sie beschrieben keinen Anschlag.

Der Vorsitzende des Schaustellerverbands Berlin-Brandenburg, Michael Roden, blieb ungewöhnlich wortkarg. Er lehnte Interviews ab und beschränkte sich auf eine schriftliche Meldung seines Verbandes, in der er erklärte, dass unter den Schaustellern – „wie durch ein Wunder“ – keine Opfer zu beklagen sind.