Nicht interessiert zeigte sich Siemens auch an der von den Kritischen Aktionären geforderten Aufklärung einer möglichen Verstrickung des Konzerns in die Menschenrechtsverbrechen der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985). „Das liegt jetzt 40 Jahre zurück! Uns interessiert Siemens heute“, so Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Cromme. Im Abschlussbericht der brasilianischen Nationalen Wahrheitskommission vom Dezember 2014 heißt es in Bezug auf das Folterzentrum Oban: „Neben Bankiers haben mehrere multinationale Konzerne den Aufbau des Oban finanziert, darunter Firmengruppen wie Ultra, Ford, General Motors, Camargo Corrêa, Objetivo und Folha. Des Weiteren kollaborierten Multis wie Nestlé, General Electric, Mercedes Benz, Siemens und Light.“ Joe Kaeser sagte im Anschluss, Siemens habe intern recherchieren lassen und „keinerlei Nachweise“ finden können.