Wie Bittner urteilt, führe die Alternative zum Ausbau der Kooperation mit den USA – nämlich eine weitere Stärkung der EU mit dem erklärten Ziel, unabhängig von den Vereinigten Staaten zu werden – nicht zum Erfolg. Die EU schaffe „nur im besten Fall mehr außenpolitische Schlagkraft“, etwa „in der Handelspolitik“, urteilt der „Zeit“-Redakteur. Allzu oft aber müsse man sich in Brüssel mit „Politiken des kleinsten gemeinsamen Nenners“ zufriedengeben. Das gelte insbesondere für die Außenpolitik. Selbst wenn es gelingen sollte, „durch eine integrierte Rüstungspolitik und eine gemeinsam zu entsendende Europäische Armee zu den Fähigkeiten der USA auf(zu)schließen und sich dadurch von der NATO (zu) entkoppeln“, würden dennoch aufgrund des Zwangs zum Konsens „Deutschlands außenpolitische Gestaltungsmöglichkeiten eher abnehmen“. Auch eine Kooperation mit Frankreich helfe selbst dann nicht weiter, wenn man „die ‚Freundschaft‘ zwischen den beiden Ländern noch immer nicht für bloß eine freundliche Fiktion hält“. Bittner äußert sich mit offener Abneigung über Frankreich: „Unser Nachbar ist zentralstaatlich und etatistisch, die Führungsschicht ein einziges Beziehungsgeflecht, der Arbeitsmarkt und die Industriepolitik protektionistisch, die Außenhandelspolitik opportunistisch.“[2] Dies biete keine ausreichende Basis für eine starke gemeinsame Außenpolitik.