Frage: Sie sprachen von der Entwaffnung illegaler bewaffneter Verbände. Haben Sie dabei die Selbstverteidigungsgruppen des Südostens und die Donbass-Volksmiliz im Auge? Besprachen Sie auf dem Treffen die Sanktionen, welche heute die Ukraine gegenüber der männlichen Bevölkerung der Russischen Föderation im Alter von 16 bis 60 Jahren verhängte, indem sie praktisch die Einreise auf das gesamte Territorium verbot?
Lawrow: Die Maßnahmen, welche wir als Vorschläge nach dem heutigen Treffen aufzählten, betreffen alle Regionen der Ukraine und alle Erscheinungsformen dieser oder jener Problemfragen. Sie wissen, dass sich bereits im am 21. Februar unterzeichneten Abkommen die Frage der Entwaffnung von illegalen Verbänden befand. Seit dieser Zeit ist wenig geschehen. Bei weitem nicht alle wurden entwaffnet. Der „Rechte Sektor“ funktioniert weiterhin und verweigert die Abgabe der Waffen, indem er arrogant erklärt, dass er die Funktion der ukrainischen Armee im Falle ihrer Ohnmacht erfüllen werde. Alle diese aggressiven Erscheinungsformen werden von unserer Erklärung abgedeckt.
Wir gehen davon aus, dass die Ukraine einen Zustand erreichen muss, in dem alle Regionen nach allgemeinen, in einer zivilisierten Gesellschaft obligatorischen Regeln leben: Waffen dürfen nur die Sicherheitskräfte, die Polizei und die Armee haben, welche in Übereinstimmung mit den internationalen Normen eingesetzt werden und nicht gegen das eigene Volk, wie dies der von der jetzigen Führung in Kiew unterzeichnete Befehl zur Unterdrückung von Massenprotesten vorsieht. Das muss universal und gleichmäßig angewandt und kann nur auf gegenseitiger Basis getan werden.