Da spricht sich ein Sächsischer Ministerpräsident im Zuge der PEGIDA-Proteste offen gegen den Islam aus, während gleichzeitig sein CDU-Parteikollege Markus Ulbig gemeinsam mit seinem bayerischen Amtskollegen offen für eine rechtswidrige Wiederaufnahme von Grenzkontrollen eintritt. Geflüchtete Menschen willkommen zu heißen und ihnen tatsächlich Hilfe anzubieten, so der Eindruck, scheint in Sachsen zuallererst als Aufgabe ehrenamtlicher und freiwilliger Helferinnen und Helfer verstanden zu werden.
Die Ereignisse vom Freitag lassen keinen Zweifel mehr daran, dass die Sächsische Staatsregierung aktuell bewusst auf eine Eskalation der Proteste setzt. Obwohl spätestens seit dem jüngsten Brandanschlag in Meißen klar geworden sein dürfte, dass es in Sachsen auch Menschen gibt, die eine Unterbringung von Asylsuchenden notfalls mit Gewalt verhindern wollen, werden geflüchtete Menschen über Nacht in eilig errichteten Zeltstädten untergebracht, während an anderer Stelle ganze Bürokomplexe und Wohnungen leerstehen. Wer außerdem nicht in der Lage dazu ist, sowohl Asylsuchende, als auch deren Unterstützerinnen und Unterstützer adäquat zu schützen, wird seiner eigentlichen Funktion nicht gerecht. Bereits vor dem gestrigen Abend war es zu Drohungen, Pöbeleien und Übergriffen auf die etwa 70 Helferinnen und Helfer des DRK gekommen, welche sich, wie schon in den zurückliegenden Wochen, gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) für die Errichtung des Lagers verantwortlich zeigten. Der Vorstandsvorsitzende des DRK Landesverbandes, Rüdiger Unger, zeigte sich angesichts der erlebten Drohungen erschüttert. “So etwas”, so DRK-Chef Unger, “haben unsere Rot-Kreuz-Helfer noch nie auf der Welt bei humanitären Einsätzen erlebt”.