Auch die Ungewissheit über das Schicksal von Santiago Maldonado beherrschte die Kundgebung. Der 28jährige Aktivist wird seit dem 1. August vermisst. Laut Augenzeugen war er von Polizisten verschleppt worden, als er eine Protestaktion des im Süden des Landes lebenden Mapuche-Volkes unterstützt hatte. Angehörige und Freunde fürchten, dass es sich um einen Fall von »gewaltsamem Verschwindenlassen« handelt und machen die Regierung dafür verantwortlich. Die Verfolgung Maldonados steht im Zusammenhang mit einem seit Jahren bestehenden Streit zwischen Konzernen und den Mapuche. Deren ursprüngliches Stammesgebiet ist heute weitestgehend im Besitz ausländischer Investoren und Großgrundbesitzer. Soziale Aktivisten und Gewerkschafter bezichtigen Mauricio Macri der Kumpanei mit den Managern. »Wir sind auch gekommen, um unsere Stimme all denen hinzuzufügen, die verlangen, dass der Kollege Santiago Maldonado lebend zurückkehrt«, so Generalsekretär Schmid.