02.01.2020 - 14:39 [ Wikipedia ]

Paradoxon der schwachen jungen Sonne

Unter dem Paradoxon der schwachen jungen Sonne versteht man den noch nicht vollständig geklärten Widerspruch zwischen der geringen Strahlungsleistung der jungen Sonne in der frühen Erdgeschichte und dem nicht entsprechend kälteren Klima zu dieser Zeit. Auf diese Diskrepanz wiesen erstmals die Astronomen Carl Sagan und George Mullen 1972 hin.[sm 1]

Sagan schlug eine vergleichsweise hohe Konzentration von Treibhausgasen als mögliche übergeordnete Erklärung vor, was sich aber für den fraglichen Zeitraum nicht bestätigt hat. Im Gegenteil, die im Archaikum stattgefundenen bedeutenden Änderungen der Atmosphärenzusammensetzung und der in Vergleich zur jüngeren Erdgeschichte nach einer globalen Vereisung vor 2,4 Milliarden Jahren lange Zeit relativ gleichmäßige Klimaverlauf (vgl. boring billion, dt. langweilige Milliarde[jko 1]) werfen eher zusätzliche Fragen auf. Über Jahrzehnte geführte kontroverse Diskussionen in Geologie, Astrophysik, Planetologie, Klimatologie und Atmosphärenwissenschaften machten das Paradoxon zu einer „der großen offenen Fragen der Paläoklimatologie“.