Ein langer Krieg: Was die abstrakte Rede von der Geopolitik konkret bedeutet, zeigt eine aktuelle Baumaßnahme auf dem NATO-Stützpunkt Incirlik nahe der südtürkischen Stadt Adana. Dort sind die deutschen Tornado-Kampfjets stationiert, die im Krieg gegen den „Islamischen Staat“ (IS/Daesh) für die Beschaffung von Aufklärungsdaten zuständig sind. Wie unlängst berichtet wurde, richtet sich die Luftwaffe jetzt für lange Zeit auf dem Stützpunkt ein.[4] Demnach werden die bisherigen Behelfsunterkünfte für die deutschen Soldaten nun durch solide gemauerte Einrichtungen ersetzt; zudem entsteht eine eigene Flugbetriebsfläche für die deutschen Tornados, deren Operationen in Zukunft von einem ebenfalls noch zu bauenden rund 34 Millionen Euro teuren, voll ausgerüsteten Gefechtsstand aus gesteuert werden sollen. Insgesamt veranschlagt Berlin dem Bericht zufolge für die Baumaßnahmen 65 Millionen Euro. Diese sind für bis zu 400 deutsche Soldaten ausgelegt; das sind doppelt so viele wie bisher. Ergänzend ist Berlin um den Abschluss eines langfristigen Stationierungsabkommens bemüht. Die Bundesregierung geht also weder von einem mittelfristigen Ende der Kriegshandlungen im Nahen und Mittleren Osten noch von einem Abzug der deutschen Soldaten aus.