Schikanen und Erpressungsversuche gegen kritische Medien
Der Zensur-Versuch des Senats am Blog „Metronaut“ im Januar wegen olympia-kritischer Satire hat überregional Aufmerksamkeit gefunden.
Mittlerweile wird immer deutlicher, dass das Vorgehen des Senats gegen Medien, die sich erdreisten, auch der Kritik an der geplanten Olympia-Bewerbung Raum zu geben, systematischen Charakter hat. So soll am 6. Februar diesen Jahres der Senat bei einer Telefonkonferenz mit der Berlin-Werbeagentur „Berlin Partner“ und Vertretern des Landessportbundes durchgesetzt haben, dass nach einem olympia-kritischen Beitrag der Tagesspiegel von der laufenden Olympia-Werbe-Aktion ausgeschlossen wird und dort keine Anzeigen mehr geschaltet werden. Berücksichtigt man die finanzielle Abhängigkeit der Presse von Zahlungen für Werbe-Anzeigen insgesamt, ist dieser Versuch, durch den gezielten Einsatz von Werbemitteln, die auch noch durch die Öffentlichkeit finanziert werden, eine olympia- und senatsfreundliche Berichterstattung zu erzwingen, ein Skandal erster Güte.
Auch die Rolle des Landesportbundes muss dringend näher beleuchtet werden. Nicht nur ist der SPD-Politiker Böger als Landessportbund-Chef ein wütender Verfechter der Olympia-Planungen: Offenbar ist der Landessportbund, wenn die Berichterstattung über die Telefonkonferenz am 6.02. stimmt (und sie wurde bislang von keiner Seite dementiert) auch direkt in die Senats-Kungeleien verstrickt und an der Erpressung kritischer Medien beteiligt.