MM: Viele Muslime haben es Ihnen sehr hoch angerechnet, dass Sie in Solidarität mit dem Ausschluss des Islamrats auch nicht daran teilnehmen. Was waren die inhaltlichen Gründe?
Nurhan Soykan: Die inhaltlichen Gründe waren, dass die DIK I schon an der Zusammensetzung krankte und die Inhalte staatlicherseits den Muslimen vorgegeben wurden, ohne deren Interessen zu berücksichtigen. Wir wollten eine Evaluierung und eine Beteiligung an der Konzeption der Dik II, um lösungsorientiert mitzuarbeiten. Das wurde uns nicht gestattet, stattdessen begann (der damalige Innenminister) De Maiziere ohne nennenswertes Konzept die DIK II, indem er längst behandelte Themen auf die Tagesordnung setzte, ohne Ziele zu formulieren. Gleichzeitig stufte er die DIK zu einer „Dialogplattform “ herunter.