Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Erleben Sie das so ‒ dass man schnell in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gedrängt wird, wenn man diesen Ansatz verfolgt?
Max Otte: Ich konnte das für mich bisher vermeiden. Mein Argument ist immer, dass die kritische Analyse von Machtstrukturen die ureigene Aufgabe von kritischen Sozialwissenschaften ist. Dass es eine „Nahrungskette“ von der Deutschen Bank über Goldman Sachs nach unten gibt und dass Goldman Sachs letztendlich im Zentrum dieses Systems sitzt, das ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine konkrete Machtstruktur.“