22.07.2015 - 20:03 [ German Foreign Policy ]

Konsumschwach, aber beschäftigungsfähig

Die Folgen der von Berlin und Brüssel oktroyierten Deregulierungsmaßnahmen hat jüngst Thomas Maloutas beschrieben, Professor für soziale Geographie an der Harokopio Universität in Athen. Maloutas wird mit der Aussage zitiert, Griechenland müsse eigentlich, da seine Wirtschaft ja „auf … kleinen Einheiten basiert“ – auf Selbständigen und Familienbetrieben -, diese unterstützen, um zu verhindern, dass sich „die Wirtschaftsstruktur auflös[t]“. Die erzwungene Deregulierung begünstige aber eindeutig „die Großen gegenüber den Kleinen“, weil sie „gleiche Bedingungen für ungleiche Akteure“ festlege; dabei sei sei nicht „unvermeidbar“, sondern „ein politisches Projekt“. Bereits mit der Einführung des Euro sei „die neoliberale Politik in die Peripherie Europas“ vorgedrungen und habe die einheimischen Strukturen zu verändern begonnen. Jetzt führten die in Verbindung mit dem „Hilfspaket“ erzwungenen Schritte diese Entwicklung fort. Maloutas warnt vor den absehbaren, bewusst in Kauf genommenen Konsequenzen: „Eine wirtschaftliche Deregulierung ist immer auch eine soziale Deregulierung.“[2] Griechenland erlebe eine „Aushöhlung der gesellschaftlichen Strukturen“.