Die Veröffentlichung des Briefes in der Financial Times gab zu Spekulationen Anlass, dass Tsipras kurz davor stehe, das Referendum abzusagen. Nach seiner öffentlichen Ansprache mussten Sicherheitsleute ein riesiges Transparent von den Mauern des Finanzministeriums entfernen, auf dem in Griechisch und Englisch stand „Nein zu Erpressung und Austerität“.
Finanzminister Yanis Varoufakis distanzierte sich auf Twitter von dem Transparent und griff zynisch zu dem Anti-Irakkriegs-Slogan „Nicht in meinem Namen“. Er erklärte, das sei das Werk von Gewerkschaftern gewesen, „die dafür nicht die Erlaubnis des Ministeriums eingeholt haben“.
Tsipras’ Problem bei seinen Bemühungen, einen faulen Handel zu vereinbaren, besteht darin, dass Deutschland, die führende imperialistische Macht in Europa, nichts weniger verlangt als einen Regimewechsel in Griechenland und die Einsetzung einer Regierung, die stark genug ist, um alle Angriffe durchzusetzen, die sie verlangt – wenn nötig mit Waffengewalt.