05.04.2014 - 05:58 [ Albert Schweitzer Stiftung ]

Glyphosat und seine Auswirkungen

Was die Politik betrifft, so sind die Aussichten bei der Gefahreneinstufung von Glyphosat und einem damit einhergehenden möglichen Verbot des Wirkstoffs eher ernüchternd: der deutschen Regierung ist bereits seit 1998 bekannt, dass Gefahren wie Missbildungen von Glyphosat ausgehen, der EU seit 1999. Seither wurden zudem dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dem Umweltbundesamt (UBA) sowie dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) laufend neue Erkenntnisse über die Gefahren von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln von Wissenschaftlern präsentiert, zuletzt z. B. eine wenig ernst genommene Studie der Universität Caen. Doch auch eine bemerkenswerte Anzahl von immer wieder neuen Erkenntnissen führte bisher kaum zu einem Umdenken in der Politik, was vornehmlich darauf zu beruhen scheint, dass Glyphosat v. a. noch vom BfR nach wie vor als weitestgehend unbedenklich eingestuft wird (s. auch hier). Und auch in Sachen chronischer Botulismus sieht es nicht anders aus: Zwar fördert die Bundesregierung mittlerweile seine Erforschung, doch wird sein Status als ernstzunehmende Krankheit nach wie vor vom BMELV aufgrund von vermeintlich fehlenden wissenschaftlichen Nachweisen in Zweifel gezogen (s. auch hier). Besonders bedenklich hierbei: Als Berichterstatter bei der EU-weit gültigen Wirkstoffgenehmigung, die am 31.12.2015 ausläuft und die bis dahin einer Neubewertung unterzogen werden muss, ist Deutschland u. a. für die Auswertung von Studien sowie für die Erstellung des Prüfberichts verantwortlich – was Glyphosat betrifft, ist Deutschland somit federführend.