Die künftige Regionalmacht
Teherans Kooperationsangebot an den Westen ist von strategischer Bedeutung – insbesondere, weil im Mittleren Osten strategische Umbrüche nicht auszuschließen sind. Die USA fokussieren ihre weltpolitischen Aktivitäten zunehmend auf den Konkurrenzkampf gegen China und damit nach Ost- und Südostasien; deshalb sei „die künftige amerikanische Rolle“ in Mittelost „unklar“, heißt es bei der Körber-Stiftung.[6] Zuletzt nahmen die arabischen Golfdiktaturen, insbesondere Saudi-Arabien, eine zentrale Rolle in der westlichen Mittelostpolitik ein. Bei einer Verringerung der US-Aktivitäten in Mittelost müsse Riad, das „jahrzehntelang von der US-amerikanischen Sicherheitsgarantie profitiert habe“, womöglich „die eigenen sicherheitspolitischen Prioritäten neu definieren“, erläutert die Körber-Stiftung, die mit Blick auf Teherans immenses wirtschaftliches und politisches Potenzial trocken konstatiert: „Iran ist die künftige Regionalmacht“. Ob und, wenn ja, in welchem Umfang eine Kooperation mit Teheran und damit eine Neustrukturierung der Machtverhältnisse in Mittelost möglich sind, ist Gegenstand der aktuellen Debatte.