In der Villa Mumm sitzt der International Earth Rotation and Reference Systems Service, kurz IERS. Das Zentralbüro für die Erdrotationsüberwachung ist seit dem Jahr 2000 Untermieter beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG).
200 Mitarbeiter kümmern sich beim BKG um Geodaten für Navigationssysteme oder Landkarten. Dazu kommen 70 Kollegen in Leipzig und 25 im Observatorium Wettzell im Bayerischen Wald. Nur drei Wissenschaftler und zwei Ingenieure arbeiten für den Erdrotationsdienst IERS, der von den internationalen Organisationen für Geodäsie (Vermessungswesen) und Astronomie (Sternenkunde) gemeinsam betrieben wird.
Satelliten geben Daten weiter
Ins Weltall schauen und auf der Erde messen – das ist im Kern, was IERS-Direktorin Daniela Thaller (37) und ihr Team tun. Sie werten die Signale aus, die 25 Beobachtungsstationen in Deutschland von den Satelliten im All empfangen, fügen sie mit internationalen Daten zusammen und ziehen daraus Rückschlüsse über die Bewegung der Erde.