29.11.2017 - 05:12 [ German Foreign Policy ]

Flüchtlingsabwehr im Pazifik

Mit der Lieferung von Schiffen, die zur Abschottung der australischen Seegrenzen genutzt werden, unterstützt Lürssen zum wiederholten Male Maßnahmen, die die Vereinten Nationen scharf kritisieren. In letzter Zeit hat für Aufmerksamkeit gesorgt, dass Lürssen Patrouillenboote an Saudi-Arabien liefert, obwohl Riad eine illegale Schiffsblockade gegen den Jemen durchführt – mit verheerenden Folgen: Mittlerweile sind 20 von 27 Millionen Menschen im Jemen wegen Mangels an Nahrung auf humanitäre Hilfe angewiesen; annähernd zwei Millionen Kinder sind unterernährt.[3] Australien wiederum zieht seit Jahren heftige Kritik verschiedener UN-Behörden auf sich, weil es Flüchtlingsboote auf hoher See abfängt und sie zur Umkehr zwingt; wenn die Boote nicht mehr seetüchtig sind, werden die Flüchtlinge direkt in Lager außerhalb des Landes transportiert. Dies führe „zu einer Kette von Menschenrechtsverletzungen“, etwa zu willkürlicher Inhaftierung und Folter in den Herkunftsländern, hat etwa der UN-Menschenrechtskommissar Zeid Raad al Hussein konstatiert.[4]