11.05.2014 - 21:16 [ German Foreign Policy ]

„Faschistische Freiheitskämpfer“

Aus Rossolinski-Liebes Bericht geht nicht zuletzt hervor, dass die deutsche Botschaft in Kiew in vollem Umfang über die Affäre informiert gewesen ist – und damit auch über die dramatisch wachsende Stärke der Bandera-Anhänger in der Ukraine. Als er einen Telefonanruf von einem Mann bekommen habe, „der sich als Milizionär ausgab und sagte, er werde vorbeikommen“, da habe, so schildert es Rossolinski-Liebe, „die deutsche Botschaft … dafür gesorgt, daß ich in die Wohnung eines Botschaftsmitarbeiters ziehen konnte, wo ich sicher war“. Von den sechs geplanten Vorträgen habe allein derjenige in der deutschen Botschaft stattfinden können, „unter Schutz der Miliz“: „Draußen demonstrierten ca. 100 Svoboda-Leute.“[9] Fast auf den Tag zwei Jahre später lud der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Swoboda-Führer Oleh Tjahnybok zum Gespräch in die deutsche Botschaft; im Ergebnis wurde Swoboda Teil des Umsturzregimes.[10]