PESCO
Wie Barnier schreibt, soll in der EU-Militärpolitik so rasch wie möglich die Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (Permanent Structured Cooperation, PESCO) nach Artikel 42 Absatz 6 des Vertrags von Lissabon ausgebaut werden. Demnach können einzelne Staaten ihre militärische Zusammenarbeit intensivieren, ohne sich von anderen EU-Mitgliedern bremsen zu lassen. Barnier schlägt jetzt vor, zunächst etwa ein integriertes EU-Sanitätskommando oder ein EU-Hubschraubergeschwader einzurichten. Auch in der Logistik oder beim Transport seien entsprechende Maßnahmen denkbar. Als mögliches Vorbild gilt das 2010 in Dienst gestellte Europäische Lufttransportkommando (European Air Transport Command, EATC [4]). Außerdem könnten die Streitkräfte der an PESCO beteiligten Staaten häufiger gemeinsame Manöver abhalten, eine gemeinsame Militärakademie einrichten oder vor allem ein festes Operatives Hauptquartier in Brüssel installieren, von dem aus EU-Militäreinsätze geführt werdenkönnten. Regelmäßig sollten sich zudem die Verteidigungsminister der PESCO-Staaten treffen, und zwar nach Möglichkeit in Anwesenheit der EU-Chefaußenpolitikerin Federica Mogherini. Durch Mogherinis Einbindung könnten Differenzen zur Politik des Europäischen Auswärtigen Diensts vermieden werden.[5]