12.05.2014 - 19:26 [ German Foreign Policy ]

Entspanntes Verhältnis (III)

Umgekehrt steht der DGB-Bundesjugendausschuss mit seiner Kritik nicht allein. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa verurteilt in ihrer Beschlussvorlage die „teils aggressive, teils verdeckte Werbung der Bundeswehr in der Öffentlichkeit und in Bildungseinrichtungen für den Einsatz von Kriegswaffen und für den Soldat/innenberuf“: „Die Aufgaben und Belastungen des Soldatenberufes sowie seine gesellschaftlichen Auswirkungen werden gezielt verharmlost. Die Werbung für Actioncamps und Abenteuerurlaube täuscht bewusst über die Realität des Tötens und Sterbens im Kriegseinsatz hinweg.“ Ganz ähnlich äußert sich auch der DGB-Bezirksvorstand Nord in seinem Antrag an den DGB-Bundeskongress. Darin werden die Rekrutierungsmaßnahmen der deutschen Streitkräfte zudem als Teil des Umbaus der Truppe zur weltweit agierenden Interventions- und Besatzungsarmee analysiert: „Die Zusammenarbeit von Schule und Bundeswehr … ist sofort einzustellen. Die Bundeswehr ist seit Ende des Kalten Krieges keine Verteidigungsarmee mehr. Sie dient vielmehr der Durchsetzung außenpolitischer Ziele und der Sicherung wirtschaftlicher Interessen. Dafür sterben seit einigen Jahren junge Menschen. Dies lehnen wir ab.“