16.09.2014 - 17:37 [ Journal 21 ]

Ein zusammengeschlagener, blutiger Leichnam

Ich weiĂź, dass er seinen Mitgefangenen eine Quelle der Zuversicht war. Ich weiĂź, dass er dort gesungen hat. Ich weiĂź dass sie ihne zusammengeschlagen haben. Ich weiĂź, dass sie ihm die Finger und die Handgelenke gebrochen haben. Ich weiĂź, dass sie ihm befohlen haben zu singen – Canta! – und ihm danach die Zunge herausgeschnitten haben.“ Dann hängten ihn die Schergen des Militärregimes an den Händen auf, „bis die Hoffnung SĂĽdamerikas gestorben und erlöst war“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung zehn Jahre später in einem bewegenden Nachruf anlässlich eines Gedenkkonzertes fĂĽr Victor Jara in der Frankfurter Alten Oper schrieb.